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Bauphysikalische Gegebenheiten spielen eine wichtige Rolle.

Bauphysikalische Gegebenheiten, insbesondere Wärmebrücken, aber auch die Luftwechselraten, spielen eine wichtige Rolle. Manchmal können bereits geringe Temperaturdifferenzen an den Wandoberflächen ausreichen, um den Effekt auszulösen. Raumecken an Außenwänden stellen sog. geometrische Wärmebrücken dar. Sie ergeben sich daraus, daß die wärmeabstrahlende Außenfläche größer ist als die wärmeaufnehmende Innenfläche. Sie sind

bei Gebäuden zwangsläufig vorhanden und stellen somit nicht grundsätzlich einen Baumangel dar. Der Bildungsmechanismus des Fogging-Effekts kann zwar noch nicht vollständig erklärt werden, jedoch zeigen neueste Untersuchungen, dass offenbar turbulente Luftströmungen (wie sie von Heizkörpern ausgehen) entlang kalter Oberflächen von entscheidender Bedeutung sind. Da diese Luftströmungen besonders oberhalb von Heizkörpern und den Übergangsbereichen von Wand zu Decke auftreten, kommt es sehr oft an diesen Stellen zu den Schwarzfärbungen, und zwar besonders an den Innenseiten von Außenwänden. Die in der jüngeren Zeit unter Energiespargesichtspunkten häufig vorgenommene Abdichtung der Gebäudehülle kann sich bei ungenügender Lüftung ebenfalls ungünstig auswirken. Der eingeschränkte Luftaustausch konzentriert die emittierten SVOC in der Innenraumluft und liefert so einen Beitrag zur Entstehung des Fogging-Effekts.

Gefährdet sind somit besonders Wohnungen, die sehr gut wärmeisoliert sind. Aufgrund der dichten Fenster und Türen können die SVOC nicht aus dem Raum. Diese bauphysikalischen Faktoren kommen sowohl in Neubauten, als auch in nachträglich gedämmten Altbauten in Betracht.

Anstelle der wärmedämmenden Maßnahmen durch Dämmputz können die Wände auch von innen isoliert werden. Hier sind Calciumsilikatplatten zu nennen, die aufgrund ihrer Zusammensetzung nicht nur wärmedämmend, sondern was von großer Bedeutung ist, auch feuchteregulierend, atmungsaktiv und schimmelhemmend sind.

Während der Heizperiode, in der meist auch weniger gelüftet wird, erhöht sich die Konzentration von SVOC in der Innenraumluft. Sie können sich dann an den in der Luft jeder Wohnung verhandenen nicht sedimentierfähigen Mikrofeinstaub anlagern und durch Zusammenlagerung von kleineren Staubteilchen zu größeren Partikeln führen. Diese lagern sich nicht nur an kalten Wandflächen, sondern auch an Kunststoffoberflächen durch elektrostatische Kräfte im Bereich stromdurchflossener Leiter (Steckdosen, Lichtschalter), an Stellen hoher Luftbewegung (zum Beispiel um die Heizkörper) und an Flächen verminderter Oberflächentemperatur (zum Beispiel Zimmerecken) ab.

Es wurden sogar Fälle beobachtet, bei denen es über Nacht zu Schwärzungen der Schleimhäute der Hausbewohner in den Bereichen von Zunge und Nase gekommen ist. Verschiedene Faktoren wie Partikelgröße, Feuchtegehalt und chemische Zusammensetzung wie z.B. die SVOC-Gehalte vervielfachen die Wirksamkeit von Partikeln als Kondensationskeim und können so die Wachstumsprozesse von Partikelkonglomeraten entscheidend beeinflussen. Primär sind Feinstaub-Partikel in der Größenklasse 0,5 bis 3 μm beteiligt. Man spricht hier von PM10-Gehalt.

Eine potentielle Quelle für PM10-Feinstaubpartikel sind undichte Haushaltsstaubsauger ohne zertifiziertes HEPA-Filtersystem.